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© Dieter Wermbter

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14.07.2017

Ein heimlicher Schilfbewohner

Der Purpurreiher (Ardea purpurea) ist kleiner, graziler und vor allem seltener als sein weitverbreiteter Vetter, der Graureiher. In den süddeutschen Bundesländern brüten inzwischen schon über zwei Dutzend dieser schönen Schilfbewohner. Als Langstreckenzieher kehren sie erst im März aus ihren afrikanischen Überwinterungsgebieten zurück und stellen besondere Ansprüche an ihr Brutareal. Es besteht fast immer aus größeren Schilf- und Röhrichtbeständen an Stillgewässern, in denen sie sich mit ihren überlangen Zehen sicher fortbewegen können. Auch in ihrem sonstigen Verhalten ähneln sie sehr den schilfbewohnenden Rohrdommeln, die auch bei Gefahr zur Tarnung die typische Pfahlstellung einnehmen. Ihren Namen verdanken sie dem rot-braun gestreiften Hals und den ebenso gefärbten Unterflügeln.

Eines ihrer Brutgebiete ist die Wagbachniederung (Baden-Württemberg) mit ihrem einmaligen Naturschutzgebiet, das sich aus den Absetzteichen einer ehemaligen Zuckerfabrik zu einem Kleinod für seltene Vögel entwickelt hat. Zur Freude von Ornithologen, Naturschützern und Tierfotografen beherbergt dieses Teichgebiet auch seit einigen Jahren eine kleine Population an Purpurreihern. Dort kann man noch ohne größere Beschränkungen von den Dämmen der vernetzten Teiche, mit langen Teleobjektiven und einer Portion Geduld, diese heimlichen Reiher fotografieren. Auch andere Fotomotive, wie Blaukehlchen, Rohrweihen, Schwarzhalstaucher, Kolbenenten, Bartmeisen und Milane reizen hier die Vogelliebhaber und Naturfotografen.

Als ich dort Mitte Mai auf dem Wege in den Kaiserstuhl Zwischenstation machte, balzten oder brüteten noch einige Paare. Bei einem späteren Besuch (Mitte Juni) waren die Jungen dann bereits, dank der von den Altvögeln herbeigeschafften Fischrationen, zu stattlichen Jungreihern herangewachsen.

Bilder dieser grazilen Reiherart sind zusammen mit anderen neuen Fotos in meiner Galerie unter „Neue Bilder“ zu finden.


15.04.2018

Costa Rica - Ein Paradies für Naturfotografen

Dieses kleine mittelamerikanische Land besticht durch seine Vielfalt an exotischen Tier-, Vogel-, Insekten- und Pflanzenarten. Es gliedert sich in verschiedenste Klima- und Vegetationszonen, die u.a. ein Ergebnis vulkanischer Aktivitäten bis in die heutige Zeit sind. In den 28 Nationalparks, 9 Waldreservaten und 71 Naturschutzgebieten findet man Regen-, Trocken- und Nebelwälder ebenso, wie aktive und erloschene Vulkane oder zauberhafte Strände und Mangrovensümpfe an der pazifischen und karibischen Küste. Der Artenreichtum basiert auf den besonderen geologischen und topografischen Bedingungen, wie auch auf der Funktion des Landes, Teil der Landbrücke zwischen dem nord- und südamerikanischen Subkontinent zu sein. Neben den endemischen Arten trafen und treffen hier immer noch Spezies aufeinander, die jeweils im Norden oder Süden Amerikas beheimatet sind. So gibt es dort allein 900 Vogelarten, wohingegen ganz Europa gerademal ca. 350 aufzuweisen hat.

Naturschützer und Politiker haben schon in den 1950er Jahren erkannt, welches Potenzial das Land für die Errichtung und Bereitstellung von großen und kleinen Naturschutzgebieten hat. So wurden nach und nach staatliche, aber auch privat verwaltete Schutzgebiete ausgewiesen und zugänglich gemacht. Der heutige erfolgreiche Ökotourismus profitiert von diesen weitsichtigen und nachhaltigen Maßnahmen und stellt weltweit ein Erfolgsmodell dar. Ein Viertel des Landes sind heute Schutzgebiete.

Schon lange reizte mich der Wunsch, dieses Naturparadies kennenzulernen und  mit der Kamera zu erkunden. In diesem Winter, also zu einer dort relativ nieder-schlagsarmen Jahreszeit, konnte ich mit einer kleinen Gruppe Gleichgesinnter und einem kompetenten und umsichtigen Guide einige der zahlreichen Nationalparks und Naturschutzgebiete erkunden. Trotz leichten Gepäcks waren Wanderungen, vor allem in Regionen oberhalb von 1000 m, anstrengend, weil man dort von plötzlichen Regenschauern überrascht werden konnte und dann auf einen lästigen, aber wirksamen Regenschutz und eine wasserdichte Kameraausrüstung angewiesen war.

Schnell wurde mir auch bewusst, dass man sich bei der Fülle an Fotomotiven und den relativ kurzen Zeitfenstern innerhalb von 3 Wochen, nur punktuell auf die sich gerade ergebenden Gelegenheiten konzentrieren konnte. Für eine systematische Fotografie von z.B. exotischen Amphibien, Reptilien oder Schmetterlingen mit Makroobjektiv und Stativ blieb da kaum Zeit. So waren meist nur Freihand-aufnahmen von Vögeln und Tieren angesagt, wobei ich auf den Stabilisator meines 100-400 mm Zoomobjektivs, einen 1,4er Konverter und eine schnelle rauscharme Systemkamera vertraute. So kamen dann doch interessante und manchmal auch unerwartete Bilder zustande, die wieder Appetit auf die nächste Tour zu dem kleinen Land zwischen den beiden großen Ozeanen macht.

Eine Auswahl der in Costa Rica entstandenen Fotos ist im Album „Costa Rica“ zu finden!