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© Dieter Wermbter

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27.12.2014

Reineke im Winterpelz

Schon in verschiedenen Fabeln der Vergangenheit wird der Fuchs als listig und schlau beschrieben, und so verwundert es nicht, dass sich auch die Jäger und Fallensteller schon immer ganz besondere Jagdmethoden einfallen lassen mussten, um an sein attraktives Fell zu gelangen. Inzwischen haben sich die Zeiten geändert und solange sich dieser Allesfresser nicht gerade an Hühnern, Gänsen und Enten vergreift, ist er heute mancherorts sogar ein gern gesehener Gast. So kann man ihn jetzt in unserer urbanisierten Welt auch mitten in Großstädten antreffen, wo er für die Dezimierung von Mäusen, Ratten, Kaninchen und Abfällen sorgt.

Für den Tier- und Naturfotografen ist dieser dämmerungs- und nachtaktive Beutegreifer jedoch immer noch eine Herausforderung. Häufig bleibt er schon deswegen unsichtbar, weil er bereits frühzeitig von dem Vorhaben des Fotografen Wind bekommen hat. Manchmal hilft jedoch der Zufall. In einem dünenreichen Naturschutzgebiet an der holländischen Küste gibt es eine kleine Population von Füchsen, die aus unterschiedlichen Gründen viel von ihrer natürlichen Scheu vor Menschen verloren hat und sich auch tagsüber zeigt. Mit guten Ortskenntnissen, behutsamem Vorgehen und ein wenig Glück kann man dort zu interessanten Fotos kommen.

Bei meinem Besuch, Anfang Oktober, trugen einige der Füchse bereits ihr dichtes Winterfell und sie werden es in diesem Naturschutzgebiet auch sicher noch bis zum nächsten Frühjahr behalten dürfen, denn hier darf nicht gejagt werden.

Einige Fotos von „Meister Reineke“ sind in meiner Galerie unter „Neue Bilder“ zu finden.

03.04.2015

Wintergäste aus der Tundra

Nonnen- oder Weißwangengänse gehören mit ihrer markanten Schwarzweiß-Zeichnung von Kopf und Gefieder zu den schönsten Vertretern ihrer Rasse. Es gibt darüber hinaus nur wenige Vögel, die sich in ähnlich großen Mengen so stark auf traditionelle Winterrastplätze konzentrieren. Dicht gedrängt weiden sie häufig zu tausenden auf den Wiesen und Salzmarschen der nordwestdeutschen und niederländischen Küstenregion. Wenn sie bei Störungen, z.B. durch einzelne Greifvögel, aufsteigen, verdunkeln sie durch ihre große Menge den Himmel. Ein Schauspiel der besonderen Art!

Im Ems-Dollartgebiet und am Lauwersmeer in Holland, konnte ich diese fotogenen Gänse zusammen mit etlichen Ringelgänsen ausgiebig fotografieren. Bis etwa Ende April/ Anfang Mai sind sie dort noch zu finden, bevor sie über das Baltikum zu ihren angestammten Brutgebieten in der russischen Tundra oder nach Island und Spitzbergen abziehen.

Einen Eindruck von diesen schönen Wintergästen vermitteln einige meiner Schnappschüsse in der Galerie unter „Neue Bilder“.

06.07.2015

Russische Bären

Mitten durch die unwegsame Taiga Kareliens verläuft die finnisch-russische Grenze. Sie ist für Braunbären, Wölfe und Vielfraße, die meist nachts aus ihren Rückzugsgebieten jenseits der grünen Grenze nach Finnland herüberwechseln, kein Hindernis. Mitunter tauchen bis zu 20 verschiedene Bären in der Nähe der gesicherten Beobachtungs- und Fotohütten des finnischen Forschungscenters von Ari Sääski bei Kuhmo auf. Angelockt durch gezielt ausgelegte Fisch- und Fleischabfälle, kommen sie oft bis dicht an die „Hides“ heran. Meist sind sie ängstlich und sichern immer lange und hochkonzentriert. Auf Fremdgeräusche, wie das Auslösen von Kameras, reagieren sie sofort, oftmals durch Flucht. Für eine Begegnung mit Wölfen oder dem seltenen Vielfraß braucht man dagegen sehr viel mehr Glück, weil diese häufig erst bei akutem Nahrungsmangel (z.B. im Winter) erscheinen. 

Zusammen mit einem Fotofreund verbrachten wir 3 Nächte in verschiedenen Fotohütten und waren von der unvergleichlichen nächtlichen Atmosphäre beeindruckt. Die häufig grenzwertigen Lichtverhältnisse der nordischen Nacht (bis 3200 ISO) und der Kampf gegen die Müdigkeit verlangten aber einiges an Stehvermögen, um zu passablen Bildern zu kommen. Lichtstarke Objektive verschiedener Brennweiten sind dabei unverzichtbar.

Wenn dann aber morgens um 7 Uhr der Guide an der Fotohütte erscheint und man sich für den Abmarsch mit dem schweren Fotogepäck bereit macht, freut sich schon jeder auf das bevorstehende deftige Frühstück im „Wild Brown Bear Centre“.

Fotos von den Bären sind in meiner Galerie unter „Neue Bilder“ zu finden.

10.08.2016

Zwischen Triglav und Soca

Der Triglav-Nationalpark zwischen den Julischen Alpen und dem Tolminer Becken ist von atemberaubender Schönheit. Er wurde nach dem höchsten Berg Sloweniens, dem Triglav (2.864m) benannt und ist auch der einzige Naturpark des Landes. Auf dem abwechslungsreichen Hochgebirgskarst mit seinen malerischen Gipfeln und Tälern, gibt es nicht nur zahlreiche Wanderwege, sondern auch attraktive Fotomotive, wie die oben abgebildete endemische Krainer Lilie (Lilium carniolicum) zu entdecken. Im Park befinden sich auch zahlreiche Seen, Gebirgsflüsse und Wasserfälle. Bekannt sind vor allem der Bohinjsee, die smaragdgrüne Soca mit dem Stausee von Tolmin und viele Gebirgsklammen.

Meine Fotoreise im Juni dieses Jahres führte mich auch in den größten Nationalpark Kroatiens, dessen Herzstück die Plitvicer Seen sind. Mit ihrem beeindruckenden Ensemble aus blauen Seen, zahlreichen Wasserfällen und steilen Kalksteinwänden, sind sie aber auch ein beliebtes Ziel des internationalen Tourismus. Außerhalb dieser Zone bietet der Park jedoch viel Platz für die heimische Tier- und Pflanzenwelt. Man muss sie nur entdecken wollen.

Eine kleine Auswahl der dort entdeckten Motive sind in meiner Galerie unter „Neue Bilder“ zu finden.

14.07.2017

Ein heimlicher Schilfbewohner

Der Purpurreiher (Ardea purpurea) ist kleiner, graziler und vor allem seltener als sein weitverbreiteter Vetter, der Graureiher. In den süddeutschen Bundesländern brüten inzwischen schon über zwei Dutzend dieser schönen Schilfbewohner. Als Langstreckenzieher kehren sie erst im März aus ihren afrikanischen Überwinterungsgebieten zurück und stellen besondere Ansprüche an ihr Brutareal. Es besteht fast immer aus größeren Schilf- und Röhrichtbeständen an Stillgewässern, in denen sie sich mit ihren überlangen Zehen sicher fortbewegen können. Auch in ihrem sonstigen Verhalten ähneln sie sehr den schilfbewohnenden Rohrdommeln, die auch bei Gefahr zur Tarnung die typische Pfahlstellung einnehmen. Ihren Namen verdanken sie dem rot-braun gestreiften Hals und den ebenso gefärbten Unterflügeln.

Eines ihrer Brutgebiete ist die Wagbachniederung (Baden-Württemberg) mit ihrem einmaligen Naturschutzgebiet, das sich aus den Absetzteichen einer ehemaligen Zuckerfabrik zu einem Kleinod für seltene Vögel entwickelt hat. Zur Freude von Ornithologen, Naturschützern und Tierfotografen beherbergt dieses Teichgebiet auch seit einigen Jahren eine kleine Population an Purpurreihern. Dort kann man noch ohne größere Beschränkungen von den Dämmen der vernetzten Teiche, mit langen Teleobjektiven und einer Portion Geduld, diese heimlichen Reiher fotografieren. Auch andere Fotomotive, wie Blaukehlchen, Rohrweihen, Schwarzhalstaucher, Kolbenenten, Bartmeisen und Milane reizen hier die Vogelliebhaber und Naturfotografen.

Als ich dort Mitte Mai auf dem Wege in den Kaiserstuhl Zwischenstation machte, balzten oder brüteten noch einige Paare. Bei einem späteren Besuch (Mitte Juni) waren die Jungen dann bereits, dank der von den Altvögeln herbeigeschafften Fischrationen, zu stattlichen Jungreihern herangewachsen.

Bilder dieser grazilen Reiherart sind zusammen mit anderen neuen Fotos in meiner Galerie unter „Neue Bilder“ zu finden.