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© Dieter Wermbter

14.08.2012

Majestät der Lüfte

Mit einer Flügelspannweite von 2,50 Meter ist der Seeadler (Haliaeetus albicilla) der größte Greifvogel Europas. Zurzeit leben in Deutschland über 600 Brutpaare und damit mehr, als jemals in den letzten 200 Jahren. Lange war er ein Verfemter und taugte bestenfalls als ausgestopfte Jagdtrophäe. Nun ist er zurückgekehrt - ein spektakulärer Erfolg konsequenter Schutzmaßnahmen.

Meine ersten Fotos von diesem imposanten Adler gelangen mir im Winter 2005 an der Peene, gegenüber der Insel Usedom. Stundenlang hatten wir bei eisigen Temperaturen unter einer Brücke bei Wolgast auf sein Erscheinen gewartet, aber er stand regungslos weit draußen auf einer Eisscholle. Dann, bei schon schwindendem Licht tauchte er plötzlich für wenige Augenblicke über uns auf und überflog die noch unentwegten Angler auf der Brücke. Es reichte damals für ein paar wenige, gerade noch brauchbare Flugaufnahmen aus.

Diesmal, Ende Juli 2012, sollte alles anders werden. Mein Fotofreund und ich hatten schon länger von den guten Foto-Möglichkeiten gehört, die mit Hilfe eines Rangers an den „Feldberger Seen“ in Mecklenburg-Vorpommern bestehen sollten. Einigen Fotografen waren hier bereits spektakuläre Action-Aufnahmen von frei lebenden Seeadlern gelungen. So versuchten auch wir dort unser Glück. So fuhren wir an einem windstillen Morgen mit dem Ranger Fred Bollmann und seinem Elektroboot auf den „Großen Luzin“ hinaus und harrten der Dinge, die da kommen sollten. Die Kameras im Anschlag, die AF-Objektive optimal voreingestellt, warteten wir bei bestem Morgenlicht auf den großen Augenblick. Einer der Adler kannte wohl schon seit Jahren das Elektroboot des Rangers und auch die Fischköder, die von dort ins Wasser geworfen wurden. Plötzlich löste sich ein Adler aus den dichten Uferwäldern des Sees und rauschte bis auf fast 20 Meter an uns heran, um sich mit viel Geschick die Beute aus dem Wasser zu angeln. Es war ein unbeschreibliches Gefühl und eine fotografische Herausforderung zugleich, diesen Vogel so nahe und in voller Aktion zu erleben. Noch vier Mal sollte sich uns der Adler an diesem Morgen nähern und für den damaligen Misserfolg an der Peene bei Usedom entschädigen. Am Abend konnten wir dann am „Kleinen Luzin“ noch weitere, aber weniger spektakuläre Aufnahmen vom schwarzen Milan (Milvus migrans) machen.

Die zugehörigen Fotos sind im Album „Neue Bilder“ und „Vögel“ zu finden.

23.07.2012

Rotkäppchen

Mit seiner hellroten Kappe auf dem weißen Kopf ist das Männchen des relativ seltenen Mittelspechts (Dendrocopos medius) besonders fotogen. Im Naturschutzgebiet „Wahner Heide“ bei Köln erreicht diese Spechtart mit über 30 Brutpaaren wohl die größte Population in NRW. Er liebt alte Eichenbestände mit viel stehendem Totholz, zimmert seine Bruthöhlen aber auch gerne in die weichen  Stämme und Äste von Salweiden und Robinien. Sein Bestand hat nicht nur in der „Wahner Heide“ und der benachbarten “Hardt“, sondern auch sonst in Mitteleuropa zugenommen. Während der Brutperiode sammelt er in den Laubwäldern besonders viele Kleininsekten, Spinnen etc. um sie an die Jungen zu verfüttern.

Als Naturfotograf muss man seine Reviere und Gewohnheiten genau kennen, eine lange Brennweite (mind. 500 mm) zur Verfügung haben, auf gutes Licht und eine Portion Glück hoffen. Erst in diesem Frühjahr gelang es mir, das attraktive Männchen an seiner Bruthöhle abzulichten. 

Zu finden sind hierzu Bilder in der Galerie unter „Neue Bilder“ sowie „Vögel“.

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